FERNSEHEN

Medien | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 31/02 vom 31.07.2002

Eine charismatische, tief in ihrem sozialen Umfeld verwurzelte Hauptfigur, eine bis in die kleinsten Nebenrollen erstklassige Besetzung und entsprechende Drehbücher: Das sind die Ingredienzien einer erfolgreichen TV-Serie. Was dem ORF in den späten Siebzigerjahren mit "Kottan ermittelt" von Peter Patzak und Helmut Zenker glückte, gelang dem Bayerischen Rundfunk 1983 mit "Monaco Franze" von Helmut Dietl und Patrick Süskind: Der Zehnteiler aus dem Leben des frühpensionierten Kriminalkommissars und Schwerenöters Franz Münchinger alias "Monaco" (Helmut Fischer), der ihm angetrauten Antiquitätenhändlerin Annette von Soettingen alias "Spatzl" (Ruth Maria Kubitschek) hat nichts an Charme verloren; von Gisela Schneeberger bis Christine Kaufmann, von Gustl Bayrhammer bis Walter Sedlmayr spielt alles, was in München Rang und Namen hat; mit ihrem subtilen Wortwitz, ihrer realistischen Ästhetik und ihrem gemächlichen Tempo wirkt die Serie wie ein Mahnmal für eine Zeit, als Fernsehen noch einfach gut sein durfte. So was wäre heute nicht mehr möglich? Mag sein. Aber wie sagt der Monaco Franze so treffend? "A bissl was geht immer." ("Monaco Franze", samstags auf ORF 2.)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige