Die Trockenfischer

Stadtleben | THOMAS PRLIC | aus FALTER 31/02 vom 31.07.2002

SPORT. Angeln ohne Wasser und Fische - für Anhänger des Casting-Sports ist das eine ganz normale Freizeitbeschäftigung. 

Man wird dauernd angeblödelt. Hast schon einen Fisch?' ist noch das Geringste, das man zu hören bekommt." Helmut Hochwartner ist es gewohnt, schief angeredet zu werden. Kein Wunder. In seiner Freizeit geht der Mittfünfziger gerne angeln - nur dass er seine Rute dabei bevorzugt auf grünem Sportrasen auswirft, wo weit und breit keine Wasserlache zu sehen und schon gar kein Fisch zu fangen ist. Für Laien mag das seltsam aussehen - dabei ist Casting, wie das Trockenfischen richtig genannt wird, eine durchaus ernst zu nehmende Sportart, bei der sogar internationale Meisterschaften abgehalten werden.

  Tatsächlich hat sich Casting - was so viel wie "Werfen" bedeutet - aus der Fischerei heraus entwickelt. Zur Verbesserung von Wurftechnik, -weite und Zielgenauigkeit stiegen amerikanische Sportfischer irgendwann auf Trockentraining um. 1864 fand in New York das erste


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