TIER DER WOCHE: Kunst & Krempel

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 31/02 vom 31.07.2002

Nein, da gibts gar nichts herumzukritteln. Die "Rubens-Oma" ist eine solide Leistung journalistischer Kreativität. Auch aus Sicht der PR-Arbeit stimmt alles: Zuerst die Schlagzeile, dann Dementis, schließlich die Ausweitung auf einen "Kriminalfall" mit anonymer Anzeige und dann einsetzende Schützenhilfe durch alliierte Medien. Bravo, diese Leute haben ein Handwerk gelernt. Was fehlt, sind nur noch Kommentare von Prominenten, die von ihrem Urlaubsdomizil aus zur Causa befragt werden. Aber vielleicht lesen wir ja noch ein Interview mit DJ Ötzi, in dem er exklusiv gesteht, auch eine Oma zu haben.

Ich hätte mir ja unter dem Titel "Rubens-Oma" vielmehr ein bildnerisches Gegenstück zur Mona Lisa erwartet, auf dem der Meister eine ältere Dame mit barocken Rundungen porträtiert hat. Aber nur ganz selten verbinden sich Künstler und Motive zu einem Begriff. Beim "Dürerhasen", der heuer 500 Jahre alt wird, ist das zum Beispiel der Fall. Obwohl Albrecht Dürer Tiere nur zweimal zum zentralen


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