VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

... wurde die Inszenierung von Goldonis "Molière" gelobt.

Die Inszenierung von Goldonis "Molière" durch das Ensembletheater ist in der Kritik nicht gut weggekommen, weder bei den Bildungsbürgern der Presse noch beim Spaßvogel Rudi John, der die tranigen Witzchen, mit denen er Kollegen bei Presseveranstaltungen vorlaut und ungefragt belästigt, als Theaterkritik veröffentlicht.

  Geboten wird ein Stück, in dem Goldoni boulevardesk und ohne Schärfe den schaffungsverwandten Molière vorführt, im Trubel um dessen "Tartuffe". Der Rezensentin bereitete gerade die Folgenlosigkeit und Arglosigkeit dieser Inszenierung Vergnügen. Die Schauspieler spielen mit einer leichtfüßigen, sehr offenen Unprofessionalität, die den Zuschauer nicht wirklich verärgern kann, im Gegenteil. Das Pathos, die Posen geraten zum burlesken Spektakel. Übertreibung als Karikatur schlägt dem Stück gut an: das miteinander kämpfende Mutter-Tochter-Paar, der harmlose Trunkenbold-Freund, der Finsterling-Feind. Die Professionalität des Molière-Darstellers Stolzeti nimmt sich dagegen allzu glatt aus. Es sind die "Dilettanten", die die köstlichsten Momente haben.


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