Alliiertes Missvergnügen

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

AUSLAND. Die Irak-Pläne der USA zeigen, wie weit sich Europa und die USA auseinander entwickelt haben. 

Europa blickt zurzeit gebannt nach Washington - wie das Kaninchen auf die Schlange. Noch vor den Kongresswahlen im November sei der große Schlag gegen den Irak zu erwarten, lautet die düstere Prognose, denn nur so könne die Bush-Regierung eine vernichtende Niederlage an den Urnen vermeiden. Tatsächlich vergeht keine Woche, in der die amerikanischen Zeitungen nicht über neue abenteuerliche Angriffspläne aus den Planungsetagen des Pentagon zu berichten wissen. Die zuletzt lancierte so genannte "inside-out"-Option verspricht gar das Wunder eines kommandoartigen Blitzkrieges, der schneller beendet wäre, als die Öffentlichkeit überhaupt schauen könnte. Tatsächlich haben Börsenkrach und Buchhaltungsskandale das Vertrauen in die republikanische Variante des "Kapitalismus pur" erschüttert. Sie bilden einen Hintergrund, vor dem das Bild des erfolgreichen Kriegsherrn George Bush

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