Stadlers Verwirrspiel

Vorwort | GÜNTER BISCHOF | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

KOMMENTAR. Besatzer sind nicht gleich Besatzer. Über das windige Geschichtsbild des Volksanwalts Stadler. 

Ewald Stadler trauert dem Kollaps des Dritten Reiches nach, wenn er von der "angeblichen" Befreiung durch die Alliierten im Jahre 1945 spricht. Er steht dabei in der geistigen Tradition des nationalkonservativen Lagers, wo sich nach dem Krieg alle jene Elemente sammelten, die mit dem Fehlschlagen des Hitler'schen Angriffskrieges und der Aufdeckung seiner monumentalen Verbrechen nicht zu Rande kamen und diese verharmlosten oder verleugneten. Diese im Krieg meist glühenden Verehrer Hitlers fanden sich danach mit der Niederlage von 1945 nie ab. Sie wurden in Glasenbach und Wolfsberg interniert ("Entnazifizierung"), setzten der "Umerziehung" und Zwangsdemokratisierung geistigen Widerstand entgegen und sprachen von "Plünderung" des wirtschaftlichen Reichtums, als die Sieger Reparationen und Restitutionen verlangten.

Wer die Stimmungslage von Stadlers geistigen Ziehvätern nachvollziehen


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