WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

WAS WAR

Entmachtung der grünen Basis Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die Wiener Grünen eine kleine Revolution durchgezogen: Die Kandidaten für Gemeinderatswahlen werden künftig nur mehr auf der Landesversammlung gewählt. Damit diese Leute auch nach der vom Chef gewünschten Reihenfolge ins Rathaus kommen, diktiert der Vorstand die Bezirkslisten. Die Grätzlgrünen können ihre Basisfunktionäre also nicht mehr nach Belieben aufstellen. So einfach wie der Chef der Wiener Grünen hat es nicht einmal Michael Häupl: Der sonst so mächtige Bürgermeister muss sich auch weiterhin vor jeder Wahl mit seinem Bezirkssektionen herumschlagen.

WAS KOMMT

Unterschriften gegen Beer Vor zwei Wochen ließ Burghauptmann Wolfgang Beer zum x-ten Mal die Botschaft besorgter Bürger vor dem Kanzleramt räumen. Nun zelten die Anti-Schwarz-Blau-Aktivisten am Beton, denn seither ist das Stückchen Gras am Heldenplatz, das sie belagert hatten, umzäunt. Offizieller Grund: Der lädierte Rasen muss nachwachsen. Die besorgten Bürger revanchieren sich beim Burghauptmann jetzt auf ihre Weise. Sie sammeln Unterschriften für dessen Frühpensionierung. Ihre Begründung: "Beer ist den demokratischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gewachsen."

WAS FEHLT

Verfassungsbogen für alle Andreas Khol hat den Bogen raus: Der ÖVP-Klubobmann teilt Gut und Böse gerne danach ein, ob jemand innerhalb oder außerhalb des von ihm erfundenen "Verfassungsbogens" steht. FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler stünde außerhalb, argumentierte Khol, nachdem Stadler die "Tyrannei" der Besatzungszeit mit jener der NS-Zeit verglichen hatte. Ein anderer kommt besser weg: Jörg Haider habe die FPÖ in den Verfassungsbogen zurückgeführt, unter anderem durch "die Abkehr von der Deutschtümelei". Eine sehr selektive Wahrnehmung - sagte doch Haider: "Stadler hat die Geschichte so betrachtet, wie sie ist." Den Unterschied kennt nur Khol.


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