Kommentar - Salzburger Festspiele: Bleibt alles anders

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

Seit Peter Ruzicka und Jürgen Flimm das Sagen haben, ist bei den Salzburger Festspielen alles anders: Es werden wieder Opern von Puccini und Strauss gespielt, es singen wieder Stars wie Domingo oder Carreras - logisch also, dass im Kartenbüro und in der Hotellerie über steigende Umsatzzahlen gejubelt wird.

Obwohl Peter Ruzicka und Jürgen Flimm jetzt das Sagen haben, ist bei den Salzburger Festspielen alles beim Alten geblieben: Im Landestheater bringt Claus Peymann (wie im Vorjahr) ein schlechtes österreichisches Stück zur Uraufführung, im Opern- und Konzertprogramm finden sich Klassiker der Moderne (Zemlinsky) ebenso wie Zeitgenossen (Lachenmann), und Nikolaus Harnoncourt ist in Salzburg auch kein neues Gesicht - seltsam also, dass die Festspielklientel jetzt so tut, als wäre heuer alles ganz anders.

Der Unterschied zwischen Gérard Mortier und seinem Nachfolger Peter Ruzicka ist zunächst hauptsächlich eine Frage des Naturells. Der Flame Mortier ist ein extrovertierter und streitlustiger

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