Ödipus im Sandkasten

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

SALZBURGER FESTSPIELE. Der junge litauische Regisseur Oskaras KorsÇunovas gilt als unberechenbares Theater-Chamäleon. In Salzburg zeigt er "König Ödipus" von Sophokles. 

Oskaras KorsÇunovas ist in seiner litauischen Heimatstadt Vilnius ein Popstar. Gastiert seine 1998 gegründete freie Gruppe mit dem nicht ganz uneitlen Namen Oskaro Korsunovo Teatras am staatlichen Nationaltheater, dann stürmt trotz der vergleichsweise teuren Karten eine Generation von jungen, hippen Litauern das altehrwürdige Haus, um Mark Ravenhills "Shopping and Fucking" oder Marius von Mayenburgs "Feuergesicht" zu sehen. Im deutschsprachigen Raum wird der 33-jährige KorsÇunovas, nicht zuletzt aufgrund seiner Stückauswahl, gerne als der litauische Thomas Ostermeier gehandelt, obwohl er auch Shakespeare inszeniert und - so wie Frank Castorf - Bulgakows Roman "Der Meister und Margarita" dramatisiert hat.

  Stilistisch ähnelt KorsÇunovas Arbeit am ehesten derjenigen des frühen Ostermeier, als der Berliner


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