Halsmanns Kopf

Kultur | FLORIAN KLENK | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

LITERATUR. Martin Pollack hat den Vatermord-Prozess gegen den berühmten Fotografen Philipp Halsmann neu aufgerollt und ein verstörend aktuelles Buch über die österreichische Justiz der Zwanzigerjahre geschrieben.  "

Nichts ist in Österreich verkommener als der Justizjournalismus. Im besten Falle kommt er als heiteres Bezirksgericht oder als skurrile Alltagsgeschichte daher. Normalerweise jedoch beschränkt er sich auf die Wiedergabe des Urteils und der Miene des Angeklagten bei der Urteilsverkündung. Mit der Rekonstruktion der Wahrheitsfindung oder dem politischen Einfluss auf "unabhängige richterliche Urteile" befassen sich österreichische Journalisten weniger gern. Schon gar nicht in Büchern.

  Der ehemalige Spiegel-Reporter Martin Pollack hat in Deutschland gelernt und zeigt, wies geht. Im August 1991 war er auf eine kleine Zeitungsmeldung über ein ziemlich merkwürdiges Begräbnis am Innsbrucker Westfriedhof gestoßen. Der eingeschlagene Schädel eines litauischen Juden,


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