NÜCHTERN BETRACHTET: Huhnverhöhnung ist kein Kavaliersdelikt

Kultur | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

Gewiss werden sich in der Gemeinschaft gelassener Geister genug mephistophelisch Gesonnene finden, die - so wie die Herren Thurnher & Wurmdobler - finden, dass auch der Wienerwald wert ist, zugrunde zu gehen. Von einer solchen Einstellung geht nicht nur eine Herzenskälte aus, die mich schaudern macht, sie beweist auch ein mehr als fragwürdiges Einverständnis mit jenen Coolness-Parametern, die von einer redbulltrinkenden und piercingfreudigen Jugend über diese Welt verhängt wurden. Von denen lasse ich mir übers Essen sowieso nichts erzählen; den Thurnhers & Wurmdoblers dieser Welt, die ohnedies kaum anderes zu tun haben, als sich Trüffeln übers Rührei zu hobeln, möchte ich sagen, dass ich beim Wienerwald schon besser gegessen habe, als in so mancher angesagten Hütte, in der sich Kunststudenten und Kunsthallendirektoren Tofu-Unfug andrehen lassen. Mein Stiefopa hat mich in Salzburg immer zum Wienerwald ausgeführt, und die größte Sensation war, dass es auf jedem Tisch einen


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