Der Tourismus-Schmäh

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 32/02 vom 07.08.2002

WIEN-MITTE. Wird der City jetzt wegen des umstrittenen Hochhausprojekts Wien-Mitte das Prädikat "Weltkulturerbe" doch noch aberkannt? Gegner und Befürworter verbeißen sich in diese Frage, über die Architektur wird nicht diskutiert. Doch wozu braucht die Stadt eigentlich das Weltkulturerbe? 

Bürgerinitiativen, kulturkämpferische Zeitungskampagnen, Beschwerden beim Verfassungsgerichtshof, Unesco-Empfehlungen - zehn Jahre lang Wickel an allen Fronten: Das Dreihundert-Millionen-Euro-Hochhausprojekt Wien-Mitte wird nun allen Widerständen zum Trotz über dem vergammelten Landstraßer Bahnhof gebaut. Ein umstrittenes Projekt an einem städtebaulich wichtigen Ort, dem Tor zur Stadt, das mangels öffentlicher Investitionen als "Sauhaufen" (Bürgermeister Michael Häupl) gilt. Wenn da nicht schon wieder ein bereits erledigt geglaubtes Problem neu aufpoppen würde: Der schöne Titel "Weltkulturerbe", den die Unesco der Wiener Innenstadt erst vergangenes Jahr verliehen hat, wackelt jetzt wegen


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