Der große Epochenbruch

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 33/02 vom 14.08.2002

DEBATTE. Der Hype um den Theorie-Wälzer "Empire", der Kult um den Denker Manuel Castells, Epochenbruch und Radical Chic: Warum große Megatheorien zu Kassenschlagern, ihre Autoren heute wieder zu Gurus und Propheten werden. 

Das Ende der Geschichte setzte hinter die Großen Erzählungen einen dicken Schlusspunkt. Die Zeit der integrativen Narrative, hieß es vor einigen Jahren, ist abgelaufen. Alle Großversuche der Welterklärung wurden fortan mit leiser Ironie abgefertigt.

  Und jetzt das: Zwei fast gleichzeitig erschienene, aber miteinander schwer vergleichbare Werke versuchen nichts weniger, als das große Narrativ der Gegenwart zu liefern und sorgen für ekstatische Zustimmung und hysterische Abwehr im Debattenglobus zwischen New York und Delhi, Rio, Paris und Berlin.

  Zunächst legte der spanischstämmige Berkeley-Professor Manuel Castells seine Trilogie "Die Informationsgesellschaft" vor (Band 1 und 2 sind bereits auf Deutsch bei Leske & Budrich erschienen, Band 3 folgt im Herbst).


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