Kommentar: Viel Spaß mit der Plattenindustrie!

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 33/02 vom 14.08.2002

Kommen zwei Warner-Manager zu Nikolaus Harnoncourt, drucksen ein bisschen herum und teilen dem Dirigenten schließlich mit, dass der lange geplante Livemitschnitt eines Salzburger Festspiel-Konzerts mit den Wiener Philharmonikern kurzfristig abgesagt werden müsse: Eine Veröffentlichung, so die beiden Wirtschaftsexperten, rechne sich vermutlich nicht, also werde das nicht gemacht.

Es ist kein schlechter Witz, den Harnoncourt vergangene Woche auf einer Pressekonferenz öffentlich machte, sondern eine unverschämte Watsche und ein schlagender Beweis dafür, dass die Sitten auf dem Plattenmarkt rauer werden, seit daraus das Musikbusiness wurde. Harnoncourt, der seit über fünfzig Jahren dem zu Warner gehörenden Label Teldec exklusiv verbunden ist, für diese Firma über 400 Aufnahmen leitete und zuletzt, mit seinem Neujahrskonzert 2001, sogar einen ersten Platz in den Popcharts (!) plus Grammy einspielte, ist wohl das bislang prominenteste, aber bei weitem nicht das erste Opfer dieser neuen


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