EMPORGESPÜLT

Politik | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Hans Dichand Der Mann schien sein Handwerk verlernt zu haben. Erst bildete sich unerhörterweise eine schwarz-blaue Regierung, dann stand Bundeskanzler Wolfgang Schüssel drei Jahre an der Macht durch, obwohl der Herausgeber der Kronen Zeitung wie wild gegen ihn anschrieb. Und auch gegen den Ankauf der neuen Abfangjäger kampagnisierte Dichand vergeblich - bis die große Flut kam. Die Regierung strich sechs der 24 Jets von ihrer Einkaufsliste. Nach dem Teilerfolg will es Dichand nun erst recht wissen. "Weg mit allen Abfangjägern", befahl die Krone prompt am Titelblatt.

Erwin Pröll Es lebe die Pelerine! Obwohl sie nicht immer perfekt saß, trug der Niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll die Regentracht mit Würde. Als oberster Einsatzleiter besitzt er die Lizenz zum Waten, die politische PR ist ein praktischer Nebeneffekt. Pröll spielte seine Rolle überzeugend: Pathos und Beten gehören zur Jobdescription eines schwarzen Landesvaters.

Susanne Riess-Passer Die Vizekanzlerin debütierte endlich als echte Parteichefin der FPÖ. Riess-Passer war mit allen Wassern gewaschen und brachte die Verschiebung der Steuerreform ohne Rücksicht auf Jörg Haider durch den Parteivorstand. Die Welle der Empörung aus Kärnten ließ sie an sich abprallen. Suripa, die sich in Homestorys oft als Hausmütterchen stilisiert, standen die berüchtigten Gummistiefel nicht einmal schlecht.

Alexander Van der Bellen Glück im Unglück: Der Grünen-Boss hatte sich als Bühne für sein ORF-Sommergespräch einen Heurigen im Südburgenland und nicht in der Wachau ausgesucht. Also durfte er zwischen den Hochwasser-Sondersendungen prominent seiner Betroffenheit Ausdruck geben. So mancher Zuschauer mag den gediegenen Auftritt mit einer Ansprache des Bundespräsidenten verwechselt haben. Ein milde gestimmter Moderator trug das Seine zur staatstragenden Atmosphäre bei. Dabei hatte VdB aus Pietät schon absagen wollen.


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