Vom Überschwappen

Politik | ARMIN THURNHER | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

REPORTAGE. Ich war Hochwasseropfer. Eine Erlebnisbericht aus dem Waldviertel, wo die Thaya über die Ufer trat und Wohnungen und Keller überflutete. 

Ich wohne an einem Fluss im Waldviertel. Es ist die Thaya. Auf tschechisch heißt sie Dye, das bedeutet rauschender Fluss. Wenn man sie dahindümpeln sieht, fast bewegungslos aufgestaut zwischen den Wehren ehemaliger Mühlen, versteht man diesen Namen nicht. Die Wohnung liegt in Schloss Primmersdorf, ebenerdig mit erstem Stock samt Balkon und Ausblick auf Thaya und Mühlbach. Der durchschnittliche Wasserstand der Thaya beträgt etwa eineinhalb Meter.

  Vor zwei Wochen kam das Wasser. Die Jahrhundertflut, sagten langjährige Anrainer. Die Thaya schwoll auf fünf Meter Höhe an. Der Mühldamm wurde an einer Stelle überflutet, eine Lücke im Mauerwerk erwies sich als fatal. Durch sie ergoss sich der Fluss in die Schlosskeller und strömte durch die Kellertür hinaus. Zugleich stieg das Grundwasser und sprudelte wie ein Springbrunnen durch


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