Triumph des "Pissoirs"

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

HOCHWASSERSCHUTZ. Als "größtes Pissoir der Stadt" wurde sie einst verhöhnt. Jetzt hat die Donauinsel Wien vor dem Jahrhunderthochwasser beschützt - ein später Triumph der Spagetti-Insel. 

Die Wiener Roten hielten sich dezent zurück. "Es wäre billig, angesichts der heutigen Katastrophe politisches Kleingeld daraus schlagen zu wollen, aber es ist dennoch notwendig, daran zu erinnern, dass die ÖVP die Donauinsel damals zum Anlass nahm, aus einer Koalitionsregierung in Wien auszuscheiden, und dieses Vorhaben jahrelang schlecht zu machen versucht hat", ließ Planungsstadtrat Rudolf Schicker vergangene Woche aussenden. Während in Salzburg, Ober- und Niederösterreich die Wassermassen ganze Ortschaften zerstörten, blieb Wien weitgehend trocken und unversehrt - wegen der Donauinsel.

  Vor der Insel, 1954, war das anders: Damals war die Stadt Katastrophengebiet, teilweise unter Wasser, der Hubertusdamm war fast geborsten. Rudolf Bednar, ehemaliger roter Leopoldstädter Bezirksvorsteher


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