WIENZEUG

Politik | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Abgeschafft Es war ein langer politischer Kampf, doch nun ist es so weit. Seit vergangenem Mittwoch ist der letzte schwulenfeindliche Paragraph Rechtsgeschichte. Der berüchtigte Paragraph 209 hatte für gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Männern ein Schutzalter von 18 Jahren vorgesehen. Der Verfassungsgerichtshof hatte die Bestimmung vor kurzem aufgehoben, da sie "unsachlich" war. Für sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen gilt nun der eilig abgefasste § 207b. Er bestraft nicht nur Prostitution mit Jugendlichen und das "Ausnützen einer Zwangslage". Auch das "Ausnützen mangelnder Reife durch altersbedingte Überlegenheit" steht nun unter einjähriger Strafdrohung. Kritiker des Gesetzes verweisen auf die "schwammige Formulierung" dieser Bestimmung, die in der Praxis wohl wieder nur homosexuelle Paare treffen würde.

  Unterdessen hat der Bundespräsident erstmals ein wenig Gnade walten lassen. Im so genannten "Liebesbrieffall", in dem ein Erwachsener wegen

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