Mediensplitter

Medien | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Gießkanne! Vergangene Woche hat der Ministerrat die Presseförderung für das Jahr 2002 beschlossen. Insgesamt wurden rund 13,6 Millionen Euro verteilt. Der große Gewinner: die regierungsfreundliche Tageszeitung Die Presse. Das Blatt bekam aus dem Titel der "besonderen Presseförderung" rund 2,2 Millionen Euro zugesprochen. Die Ansuchen der Salzburger Nachrichten und des Standard wurden abgelehnt. Neben der besonderen Presseförderung wird die "allgemeine Presseförderung" nach dem Gießkannenprinzip vergeben. Auch die rechte Postille Zur Zeit, das Blatt des ehemaligen Haiderberaters Andreas Mölzer, deren Journalisten bereits einmal wegen Wiederbetätigung verurteilt wurden, bekam rund 75.000 Euro. Der Falter erhielt - ebenso wie die Zeitschrift News - rund 78.000 Euro.

Ende der Gießkanne? Die Regierung hat sich letzte Woche auch auf eine Reform der Presseförderung geeinigt. Spätestens 2005 soll die "Werbeabgabe" fallen. Außerdem soll der Zugang zu Postvertriebssystemen für Medien freigegeben werden. In Zukunft soll die Presseförderung auch nicht mehr einfach mit der Gießkanne ausgegossen werden, sondern an Kriterien gekoppelt werden, die Medien zu erfüllen haben. Wer etwa "Maßnahmen zur Ausgleichung von Wettbewerbsverzerrungen" setzt, soll mehr bekommen. Man darf gespannt sein.

In MEMORIAM GROUND ZERO Das Jahr ist noch nicht vorüber, doch das große Gedenken geht schon los. Einen ersten Vorgeschmack bietet der deutsche Stern. Die Illustrierte bringt in ihrer aktuellen Ausgabe als erstes Medium einen ausführlichen Fotobericht über den Anschlag des 11. September. Das Blatt hat vor allem die Schicksale jener Opfer nachrecherchiert, die vor einem Jahr in Staub eingehüllt vor "Ground Zero" fotografiert wurden und deren Bilder um die ganze Welt gingen. Viele Opfer wurden trotz Patriotismusparolen im Stich gelassen und von ihrem Arbeitgeber gefeuert. Die meisten sind noch heute schwer traumatisiert.


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