PRESSESCHAU

Medien | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Wo ist Rainer Nikowitz? Der profil-Journalist, der seinen Kollegen im Politik-Ressort Woche für Woche humormäßig ein wenig unter die Arme greifen muss und ihnen mit teilweise großartigen Dramoletten zum politischen Zeitgeschehen die Aufmacherseite aufpeppt, kommt in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins nicht vor. Statt Minidrama steht die dröge Tragödie "Klestil zum Papst" am Spielplan. In der geht es darum, dass die Klestils keine Audienz beim Kirchenoberhaupt bekommen, weil der UHBP bekanntlich geschieden ist. Ist das witzig? Selbst nach wiederholtem Lesen kein einziger Lacher. Oder wurde am Ende das Spaßeck klammheimlich abgeschafft? Wegen angeblicher Verwirrung der Leserschaft, die die kruden Dialoge für authentisch hielt. Weiter hinten im profil zeigt sich dann, was passiert, wenn man andere, z.B. die Wirtschaftsredaktion, lustig sein lässt. Im Rahmen einer Geschichte über Ikea sind dort "Zehn Dinge, die uns an Ikea nerven" aufgeführt. Unter anderem ist zu lesen: "Was wohl in Menschen vorgehen mag, die ihre Produkte Ekeskog, Poäng, Attityd, Fjällnäs oder Fröjsta nennen?" Lustig? Nö. Wo bleibt der Nikowitz?


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