FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Geben ist seliger denn nehmen. Und wer gibt, darf auch ein bissl protzen: Diesem PR-Grundsatz amerikanischer Unternehmer eiferten die Ösi-Firmenchefs beim ORF-"Spendengala"-Marathon für die Hochwasseropfer bemüht nach, ungeschickt mit Riesenschecks hantierend. Da sprachen alle so, als hätten sie das gleiche Seminar für Führungskräfte hinter sich ("ein spontaner Akt der Solidarität", "Betroffenheit", "habe Tante/Mitarbeiter im Katastrophengebiet" etc.), erfrischende Ehrlichkeit gabs von ungeschulten Waldviertler Geschäftsleuten. Sie spendeten, weil sie so froh waren, "dass es uns nicht erwischt hat". Aber dann kam Frank Stronach und machte vor, wie echte Kapitalisten spenden: Geradlinig ("das Geld kommt nicht aus meiner Privatschatulle, das kommt aus dem Gewinn der 12.000 Angestellten von Magna"), PR-erprobt ("wir können uns das leisten") und lässig ("ich stell hin und wieder so einen Scheck aus", sagte Frank und unterschrieb seinen 2-Millionen-Wisch). Dazu noch hausbackener Optimismus ("habe nie aufgegeben, wenn es düster war") und dieser Schlussgag: "Ich hatte Geld übrig, weil ich den Effenberg für die Austria nicht gekauft habe."


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