OHREN AUF! Lachenmann-News

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Es ist wohl mehr als ein Gerücht, dass das "Mädchen mit den Schwefelhölzern" von Helmut Lachenmann die wichtigste Oper der letzten zehn, zwanzig Jahre sei. Seit der Hamburger Uraufführung 1997 wird das von praktisch allen behauptet, die es wissen müssen - überprüfen konnte man es die längste Zeit nicht: Eine für die Salzburger Festspiele geplante Neuproduktion kommt - im Rahmen eines Lachenmann-Schwerpunkts - erst jetzt (und nur konzertant) zustande; die eben von Kairos veröffentlichte Ersteinspielung auf CD basiert auf der viel gelobten Produktion der Staatsoper Stuttgart (2001) unter der Leitung von Lothar Zagrosek.

Und sie bestätigt alle Gerüchte. Lachenmann fand für seine erste Oper nicht nur neue, nie gehörte Töne, sondern auch ganz neue Möglichkeiten, diese zusammenzusetzen. Dem um Texte von Leonardo da Vinci und Gudrun Ensslin ergänzten Andersen-Märchen mit seiner vorherrschenden Stimmung klimatischer und gesellschaftlicher Kälte verlieh er eine Suggestivkraft,


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