Stadtrand: Darfs etwas mehr sein?

Stadtleben | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

Wenn ich beim Feinkoster sagenwirmal 20 Deka Bergkäse ordere, dann gehe ich davon aus, dass der Mensch hinter der Käsetheke eine ungefähre Vorstellung davon hat, wieviel 20 Deka Bergkäse sind. Und ich mag eigentlich nicht die Frage "Darfs ein bisserl mehr sein?" bejahen und anschließend 30 Deka Bergkäse bezahlen müssen. (Hat eigentlich schon mal wer diese "Mehr sein"-Frage verneint?) Toll ist, wenn dann die Bergkäse-Zwangsbeglückung noch damit argumentiert wird, dass er aber "doch so gut" sei. Ja. Weiß ich auch. Logo. Sonst würde ich ihn ja schließlich nicht kaufen. Aber ich wollte halt eigentlich nur 20 Deka davon. Und nicht (fast) das Doppelte.

  Apropos Zwangsbeglückung: Nervig sind auch jene Kellnerinnen und Kellner in manchen Lokalen, die einem, kaum ist es leer getrunken, das Glas aus der Hand reißen. "Darf ich noch eins bringen", fragen sie übereifrig und haben dabei schon Euro-Es in den Augen. Wer es da wagt, nein zu sagen, wird gehasst. Und zwar gnadenlos. Die Taktik, böse Gäste an getränkelosen Tischen sitzen zu lassen, geht sogar auf. In den meisten Fällen jedenfalls. Die Rache des kleinen Gastes kommt dann beim Bezahlen. Genauer gesagt beim Trinkgeld: Darfs etwas mehr sein? Nein, wieso? C. W.


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