All die schönen Pferde

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 34/02 vom 21.08.2002

FREUDENAU. Mitten im Prater, tut sich ein kurioser Flecken Stadt auf: Seit über 150 Jahren dreht sich in der Freudenau alles um Pferd und Reiter. Wie lange noch? Längst wurde für das von der Zeit und der Welt vergessene Stück Wien ein Begräbnis dritter Klasse arrangiert. 

Unendlich gemächlich trotten all die schönen Pferde dahin, stierer Blick im Pferdegesicht. Pferde, ein kümmerliches halbes Kilo Hirn im Schädel, mit Hunderten von Kilos an Muskeln bepackt, haben alle Zeit der Welt.

  Dann sind da gleich die alten Männer. Die stehen an Weggabelungen und auf Kieswegen, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, die grauen Flanellhosen mit lustigen Hosenträgern über den Bauch gezogen. Die alten Männer stehen herum, manchmal allein, manchmal in Gruppen. Gespräche über Pferde, Sieger, Verlierer, die gute alte Zeit. Unendliche Fachsimpelei, die Ehefrau daheim. Gemütliche Pensionisten, die ganze Tage lang vorbeitrottenden Pferden hinterherschauen, vertändeln ihre Zeit. Am


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