Triumph des Bildes

Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

KOMMENTAR. Müssen sich Politiker und Sportler auf Fotos und Plakaten eigentlich zu Deppen oder Feschisten machen lassen? 

Der Triumph der Bilder über das geschriebene Wort ist oft beschrieben worden. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", lässt sich der kulturkritische Gehalt dieser Auslassungen salopp paraphrasieren. Man kann darauf entweder mit kulturpessimistischer Verweigerung reagieren oder sich in piktorialem Darwinismus der Macht des "stärksten" Bildes verschreiben. Man kann aber auch versuchen, sich auf eine Reflexion des Bildgehaltes einzulassen.

  In diesem Zusammenhang ist die Auseinandersetzung mit der bildlichen Inszenierung von Jörg Haider von besonderem Interesse - vor allem in Hinblick auf die Diskrepanz zwischen einer haiderkritisch intendierten Berichterstattung und einer Bebilderung, die sich der Ästhetik des feschistischen Triumphalismus porschefahrender Bergfexe bis zur Ununterscheidbarkeit anbiedert. Insbesondere die als "Fellnerismus" bekannte Spielart des

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