PRESSESCHAU

Medien | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

Die beiden Magazinschwestern profil und Format widmen sich auf den Lifestyle-Seiten ihrer aktuellen Ausgaben gastrokritisch zufällig ein und demselben neuen Wiener Lokal, dem Culinarium Österreich. Schon an der Titelwahl ist zu merken, dass zwischen den Profiessern Christoph Wagner (profil) und Herbert Hacker (Format) offenbar große Uneinigkeit herrscht: "Coolinarium" versus "Un-Culinarium". So wird im Format bemängelt, dass "das Herunterschneiden einer Scheibe Braten und das Dazuschütten von Saft küchentechnisch gesehen keine allzu große Herausforderung sein" kann und dass die "zähe Bratenscheibe, nachdem sie kurz im Mikrowellenherd aufgeheizt wurde", auch noch eine halbe Stunde "völlig unbemerkt im Abseits" lagerte. Vernichtendes Urteil: Gulaschkanone. Das profil schwärmt hingegen von "feinsinnigem Gemüse-Innereienragout", dem "Altwiener Mehlspeishimmel" und vergibt das Prädikat "kulinarische Moderne". Stellt sich die Frage, ob die schreibenden Feinspitze dasselbe Lokal besucht haben. Oder gibts womöglich einfach nur den Auftrag, in beiden Magazinen möglichst das Gegenteil zu schreiben?


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