Kommentar - Buchhandel: Rock Me, Amadeus!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

Als man mich vor einigen Wochen zu einer Diskussionsveranstaltung in die Amadeus-Filiale Wien Mitte lud, wurde mir das Honorar in Naturalien angeboten, und die Zeitschriftenabteilung bot einen Anblick, dessen tiefe Melancholie nur durch den Umstand gemildert wurde, dass als einzige Zeitschrift die Falter-Gratisbuchbeilage auflag: Dutzende Paulus Hochgatterers und ausgestopfte Krähen blickten nachdenklich von den Covers. Dem enthusiastischen Engagement der Veranstalter zum Trotz ging es der Libro-Tochter Amadeus offensichlich nicht so gut.

Seit 26. August steht nun fest: Amadeus wird bleiben. Der deutsche Douglas-Konzern - hierzulande durch die gleichnamige Parfumerie-Kette bekannt - hat die insgesamt 22 österreichischen Filialen zum Preis von 9,3 Millionen Euro erworben, und will "die meisten der Filialen" übernehmen. Damit kommt auch ein Stück heimischer Wirtschaftsgeschichte zu einem unrühmlichen, für die Angestellten und Konsumenten aber vielleicht doch noch einigermaßen glimpflichen


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