Der Mann, der lügt

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

FILM. Das Private ist das Politische - und umgekehrt: "L'emploi du temps", der neue Film von Laurent Cantent, erzählt vom langsamen Zerbrechen einer Fassade bürgerlicher Normalität. 

Laurent Cantet ist es beinahe peinlich, dass er mittlerweile in Interviews als Autorität auf dem Gebiet zeitgenössischer Arbeitsverhältnisse gehandelt wird. Kaum verwunderlich: Schon vor zwei Jahren erregte "Ressources humaines", das Spielfilmdebüt des 41-jährigen französischen Autors und Regisseurs, ob seiner vielschichtigen Darstellung der Arbeitskämpfe in einer französischen Industriestadt internationales Aufsehen.

  Mit seinem neuen Film, " L'emploi du temps" (deutscher Verleihtitel: "Auszeit"), knüpft der Filmemacher auf bemerkenswerte Weise an dieses viel versprechende Debüt an. Verhandelte "Ressources humaines" bereits die Ablösung des Arbeiterstandes durch seinen neoliberalen Nachwuchs als familiäres Drama, so setzt "L'emploi du temps" - der lose auf einem wahren Ereignis beruht - diese


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