KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

Unter dem Titel "Unplugged" will die Ars Electronica 2002 nicht nur ein Augenmerk auf die Regionen dieser Welt werfen, für die Kunst und Netzanknüpfung aus der Steckdose keine Selbstverständlichkeit sind; vielmehr möchte das dieses Jahr von 7. bis 12. September in Linz stattfindende Festival zeigen, an wie viele Initiativen und Utopien auch wir noch nicht angeschlossen sind. Ein siebenteiliges Symposium geht der Frage nach, wer die Welt organisiert, wenn Politik und traditionelle Institutionen nicht mehr mit ihr fertig werden, und welche Rolle Netzwerke für die neuen Machtgefüge spielen. Dort werden unter anderem Kapazitäten wie der Ökonom Jeremy Rifkin, die US-Soziologin Saskia Sassen oder die Globalisierungskritikerin Lori Wallach sprechen. Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals liegt auf Afrikas Weg in die Informationsgesellschaft, und der bringt Teilnehmer wie Aminata Traoré, die Galionsfigur der afrikanischen Antiglobalisierungsszene, oder Vertreter innovativer Internetprojekte wie Lisa Goldman-Carney (Joko/Senegal) oder Keith Goddard (Tonga.Online/Simbabwe) nach Linz. Die Reihe "Urban Africa Club" stellt senegalesischen HipHop und Elektrofusionen wie Techno Issa aus Mali oder Kwaito aus Südafrika vor. Einen Höhepunkt der präsentierten Medienkunst bildet das aufwendige Projekt "Body Movies" von Rafael Lozano-Hemmer, bei dem jeden Abend gigantische Dias auf dem Linzer Rathaus erscheinen werden - allerdings erst, sobald ein ausgefeiltes Programm die Konturen der Passanten mit vorher gespeicherten Bildern in Deckung bringt. Einen Überblick über die zahlreichen spannenden Präsentationen bietet die Ars-Electronica-Homepage www.aec.at/unplugged.


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