Fest glauben an irgendwas

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

MUSIK. Die britische Gitarrenpop-Hoffnung Coldplay produziert den perfekten Sound des Konsens. Jetzt ist das zweite Album der Band erschienen. 

Die armen Populisten, warum haben sie nur so einen miesen Ruf? Was ist so schlecht daran, es allen recht machen zu wollen? Tony Blair zum Beispiel würde am liebsten gar niemand beleidigen, doch sein auffälliger Mangel an Exzentrik macht ihn den Briten irgendwie ungeheuer. Wählen tun sie ihn trotzdem.

  Genauso geht es auch Chris Martin von Coldplay. Als Sänger einer der erfolgreichsten britischen Rockbands der letzten Jahre genießt er erstaunlich geringe Popularität. Die frenetischen Akkorde des größten Coldplay-Hits, "Yellow", mögen tiefe Furchen ins kollektive britische Bewusstsein gefräst haben, aber der heroische Glanz der euphorischen Hymne will auf ihren Autor partout nicht abfärben. Anders als ihre Vorgänger aus der nassforschen Britpop-Generation der mittleren Neunziger, befinden sich Coldplay stets in der Defensive. Der als


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