NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

NEUE MUSIK

Ivan Wyschnegradsky: 24 Préludes u.a.

col legno / Lotus

Vierteltonduo Bächli/Schneider

Musikszene Schweiz / Helikon

Nostalgische Assoziationen drängen sich auf: Wie aus einer untergegangenen Welt von gestern, vom Dachboden einer verlassenen Schule, aus dem abgedunkelten Salon eines lange schon leer stehenden Sommerhäuschens dringen Ivan Wyschnegradskys 24 Préludes an unser Ohr - melancholisch verschleiert, selbstvergessen, manchmal morbide, immer geheimnisvoll. Wer den unbeabsichtigten Charme eines verstimmten Klaviers zu schätzen weiß, der wird auch dem Reiz dieser Musik erliegen: Unermüdlich feilte der 1893 in St. Petersburg geborene und 1979 einsam in Paris gestorbene Komponist an seiner komplexen Technik, die sich mit den üblichen Halbtönen nicht zufrieden gibt und die Oktav in Viertel-, Sechstel- oder gar Zwölfteltöne unterteilt. Sylvaine Billier und Martine Joste präsentieren das Ergebnis auf zwei im Vierteltonabstand gegeneinander gestimmten Klavieren: verwehte


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