AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 35/02 vom 28.08.2002

Politisches Theater räumt auf den Schlachtfeldern dieser Welt geistig auf. Zum Beispiel in Exjugoslawien, wo Stückeschreiber und Regisseure seit dem Verstummen der Gewehre akribisch Ordnung zu schaffen versuchen und die herrschende Unordnung auf die Bühne stemmen. Vor zwei Jahren lobte das Wiener Theater m.b.H. einen Preis für aktuelle Dramen aus Exjugoslawien aus. Das Ergebnis - fünf ausgewählte Schauspiele aus Kroatien, Mazedonien, Serbien, Slowenien und der Emigration - kann sich jetzt lesen lassen; parallel in deutscher Übersetzung und im Original. Allein der Siegertext von Damir Sodan zwingt, die zwei Bände all jenen dringend zu empfehlen, denen trotz Reportage, Essay und Analyse noch immer nicht klar ist, welches Pulverfass da vor einigen Jahren wie und warum explodiert ist: Doppeldeutig hat Sodan ein von kanadischen Blauhelm-Soldaten geschütztes Irrenhaus als Ort des Geschehens gewählt und dem Stück den Titel "Schutzzone" gegeben.

  Das Chaos, das Sodan anrichtet, ist


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