Ab durch die Mitte

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

SOZIALDEMOKRATIE. Gerhard Schröder, vor vier Jahren gefeiert, muss um seine Wiederwahl bangen. Der Glanz seines Mittelwegsgefährten Tony Blair ist auch am Ermatten. Warum die rosaroten Modernisierer nach und nach in die Rente geschickt werden und was vom "Dritten Weg" bleibt. 

Sie stellen eine besondere Herausforderung für die menschliche Auffassungsgabe dar: jene Phänomene, die mehr und mehr ins Nebelhafte verschwinden, je länger man mit ihnen konfrontiert ist. So ähnlich ist es auch mit der Doktrin vom "Dritten Weg" beziehungsweise deren deutscher Abart einer Politik der "neuen Mitte". Sehr viel besser als vor vier, fünf Jahren scheinen wir auch heute nicht zu wissen, worin die Konzepte für das "moderne Regieren" eigentlich bestehen, für die sich die "neuen Sozialdemokraten" mit messianischer Rhetorik unlängst noch so stark machten. Indes sehen die gefeierten "neuen Roten" ziemlich blass aus: Waren am Höhepunkt des Hype Sozialdemokraten an fast allen Regierungen der Europäischen


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