Komödie des Scheiterns

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

FILM. Don Camillo als 68er: In seinem Frühwerk "La messa è finita" ist Nanni Moretti schon ganz der Alte. 

Ganz am Anfang des Films schließt Don Giulio eine Ehe, ganz am Ende des Films eine weitere. Das jeweilige Brautpaar steht mit dem Rücken zur Kamera und der junge Priester im Mittelpunkt der beiden Szenen, die beinahe identisch, austauschbar sind. Wo ein Anfang ist, könnte das heißen, ist auch ein Ende - das betrifft im Übrigen beides, Filme und Ehen.

  "La messa è finita" entstand 1985, lange bevor der Regisseur, Schauspieler und Produzent Nanni Moretti mit "Caro Diario" (1994) auch hierzulande bekannt wurde, und ist, wie fast alle seine Filme, eine Komödie über das Scheitern, die panische, manische Lust am Verzweifeln. Egal, ob Moretti sich selbst, einen Filmemacher, Professor oder, wie hier, einen Priester spielt: Es handelt sich um Charaktere, die vom Leben überfordert sind, und so findet auch sein Don Giulio, ein typischer "Achtundsechziger" eigentlich, selbst in seinem


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