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Kultur | MATTHIAS DUSINI  | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

ARS ELECTRONICA. Unter dem Titel "Unplugged" widmet sich das Linzer Festival den Folgen neuer Medien in wirtschaftlich benachteiligten Weltregionen. 

Als die Modedesignerin Oumou Sy vor einem Jahr zu einem Symposium in der Kunsthalle Wien kam, war sie sichtlich gezeichnet von der wochenlangen Haft in einem senegalesischen Gefängnis. Anfang September 2001 war sie festgenommen worden, als sie ein Flugzeug in Richtung Libyen besteigen wollte, um an den Feiern zum Jahrestag von Muammar Gaddafis Machtergreifung teilzunehmen. Begleitet von hundert Mannequins ohne Einreisevisa wurde Oumou Sy gemeinsam mit zwei weiteren Frauen verdächtigt, die Mädchen als Prostituierte nach Libyen einschleusen zu wollen.

  Das inländische und ausländische Medienecho auf die "Affäre der hundert Mannequins" wäre ausgeblieben, würde es sich bei Oumou Sy nicht um eine der schillerndsten Figuren der Kulturszene Dakars handeln: Sie entwirft nicht nur fantasievolle Kleider unter Verwendung natürlicher Materialien

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