AUFGEBLÄTTERT

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

Der weltweite Erfolg der erotischen Memoiren von Catherine Millet ("Das sexuelle Leben der Catherine M.") hat nun offenbar auch weit jüngere Französinnen dazu animiert, aus dem Nachtkästchen zu plaudern. "Ich bin gekommen" lässt etwa eine zwanzigjährige Philosophiestudentin aus Paris wissen, die sich - "um ihre Familie zu schützen" - hinter dem Pseudonym Sarah verbirgt. Sarah also hatte, wie der Titel schon andeutet, ihren ersten Orgasmus; aber statt sich über dieses subjektiv sicher bedeutende Ereignis im Stillen zu freuen, hat sie gleich ein Buch darüber geschrieben. Und ehe Sarah - auf Seite 185 - endlich zum Höhepunkt kommt, schildert sie minuziös zahlreiche vorangegangene Sexualkontakte, bei denen sie nicht gekommen ist. Mit seinen durchgehend banalen Gedanken und Metaphern unterscheidet sich das Buch stilistisch nicht wesentlich von einem durchschnittlichen Jungmädchentagebuch - abgesehen davon, dass man dort vermutlich nicht so häufig Worte wie "Blasen" oder "Arschficken"


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