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Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

LITERATUR. Der Familienroman hat wieder Saison: Ian McEwan liefert ein Schwestern-Drama aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ab, Douglas Coupland hat ein sehr amerikanisches Actionspektakel in petto. 

Eines kann man dem britischen Erfolgsromancier Ian McEwan gewiss nicht vorwerfen: dass er Dienst nach Vorschrift mache. Sein jüngstes, von John Updike bis zur Times ("der beste englische Roman seit Jahren") hoch gelobtes Buch ist nicht nur sein bislang umfangreichster, sondern auch sein mit Abstand langsamster Roman. Einen größeren Gegensatz als den zur furiosen Schnittfolge am Beginn von "Liebeswahn" oder zum Sarkasmus von "Amsterdam" kann man sich kaum vorstellen.

  "Zwei Schwalben schwirrten über dem Brunnen; im trägen Dunkel einer riesigen Libanonzeder durchschnitt der Gesang eines Zilpzalps die Luft. Die Blumen bogen sich in der leichten Brise und kitzelten Cecilias Gesicht, als sie vorsichtig die drei zerborstenen Stufen zum Kiesweg hinunterbalancierte." Diese Passage - auf Seite


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