NÜCHTERN BETRACHTET: Sie werden kommen und mich verdoppeln!

Kultur | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

Neben weit verbreiteten berufs- und generationenspezifischen Phobien wie der Angst, das Gesamtwerk von Thomas Brezina würdigen zu müssen oder mit Joachim Riedl verwechselt zu werden, plagen mich auch einige originellere Leiden. Zu ihnen zählt zum Beispiel die Horrorvorstellung, durch außerirdische Samen verdoppelt worden zu sein und in Konkurrenz mit meinem Klon beweisen zu müssen, dass eigentlich ich der Mann meiner Frau und der Vater meines Kindes bin, die beide glücklicherweise noch nicht kopiert wurden - glaub ich jedenfalls. Also sitze ich auf der ohnedies bereits extraterrestrisch unterwanderten Wachstube und muss eine Skizze der gemeinsamen Wohnung erstellen, die Steckdosen einzeichnen, sämtliche 217 Stofftiere meiner Tochter beim Namen nennen und zumindest drei der insgesamt sieben Shampoomarken für lasches, müdes Haar anführen, die in "meinem" Bad vertreten sind. Von V-Männern werde ich dabei beobachtet, wie ich entweder versuche, das Haustor mit dem falschen Schlüssel


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige