TIER DER WOCHE: Tonkunst

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 36/02 vom 04.09.2002

Ein schönes Gesprächsthema zum Sommerausklang bietet nun das vermehrte Auftreten von Gelsen in der Stadt. Dank der nimmermüden Informationsarbeit der Medien wissen nun auch die zoologisch Unbedarften unter uns, dass man mehr als vierzig Gelsenarten unterscheiden kann. Wir innerstädtischen Zinshausbewohner treffen vor allem auf Culex pipiens, die Hausgelse. Feine Ohren erkennen diese Art bereits am Fluggeräusch, das bei den Weibchen bei 350 Hertz, bei den Männchen um die 500 Hertz liegt. Dieser Ton dient nicht primär zu unserer psychischen Zermürbung, sondern hilft bei der Partnerwahl: Die Mückenrüden versammeln sich zu den bekannten Schwärmen, die von den Weibchen durchflogen werden. Sobald Männchen den Flugton eines Weibchens hören, verlassen sie den Schwarm und folgen dem Summerton. Leider ist hier von einer geradezu besorgniserregenden Entwicklung zu berichten. Bisher war zur Begattung ein entsprechender Hochzeitsflug unter freiem Himmel nötig, was uns das romantische Bild

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