Öffnet den Karlsplatz!

GERALD MATT | Vorwort | aus FALTER 37/02 vom 11.09.2002

KOMMENTAR. Die "Verkehrshölle" im Zentrum Wiens könnte ein Ort der künstlerischen und urbanistischen Bewusstseinsbildung werden. 

Mit Visionen ist das so eine Sache: Dem einen sind sie unabdingbares Ferment zur Belebung kultureller und gesellschaftlicher Debatten, der andere empfiehlt den Gang zum Arzt, wenn sie sich ungefragt und unerwartet einstellen. Oft lassen sich die positiven oder negativen Implikationen solch visionärer gedanklicher Expansion erst im Nachhinein bestimmen. Nehmen wir zum Beispiel die Vision, die Jan Tabor vor einigen Wochen im Falter geäußert hat: Die Stadt Wien solle die "funktionsuntüchtige Kunsthalle" im MuseumsQuartier an den Bund veräußern, der sie wiederum Meister Edel(bert) und seinem Mumokl zur Verfügung stellen könnte. Mit dem auf diese Weise lukrierten Gerschtl würde dann der durch den U2-Ausbau verführerisch sich auftuende unterirdische Freiraum im Bereich Karlsplatz museumsgerecht adaptiert und die Kunsthalle könnte underground eine Maulwurf-Show

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