Lammfleisch aus Wien

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 37/02 vom 11.09.2002

FAHNDER. Im Schnellverfahren gestanden zwei Mafiajäger des Innenministeriums, einen V-Mann und mutmaßlichen Mafiapaten vor Mordermittlungen gegen ihn beschützt zu haben. 

Es geht alles sehr schnell. Keine Zeugen, schon gar keine Vorgesetzen müssen in den Zeugenstand. Auch der Mann, den sie "Lammfleisch" nannten, darf in der Zelle bleiben. Die angeklagten Polizisten sind ja geständig, dem mutmaßlichen Mafiapaten ein wenig geholfen zu haben. Nachdem sich die zwei Beamten der "Sondereinheit zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität" (Edok) "reumütig geständig" zeigten und für "den fairen Prozess bedankten", darf der eine sofort, der andere in fünf Monaten nach Hause gehen. Dreißig beziehungsweise 18 Monate haben Johann H. und Thomas S. eigentlich für ihren Amtsmissbrauch ausgefasst. Aber weil die Polizisten einen "tadellosen Lebenswandel" führten, müssen sie nur ein paar Monate absitzen.

  Der Schöffensenat, der vergangene Woche tagte, hat nur wenig Licht in "den größten


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