Macht und Ohnmacht

ANTON PELINKA | Politik | aus FALTER 37/02 vom 11.09.2002

11. SEPTEMBER.  Ein Jahr nach den Terroranschlägen loten die USA ihre neue Sicherheitsdoktrin aus. In ihrem Kampf gegen "die Achse des Bösen" kümmern sie sich kaum mehr um die Unterstützung ihrer engen Verbündeten.

Vieles spricht dafür, dass eine zukünftige Geschichtsschreibung die Entwicklung der Weltpolitik so darstellen wird: Nach dem Ende des Jahrzehnte hindurch herrschenden Musters eines "Gleichgewichts des Schreckens", einer Ost-West-Balance, waren die Neunzigerjahre durch eine große Ratlosigkeit gekennzeichnet. Die einzige verbliebene Supermacht, die USA, der Sieger im Ost-West-Konflikt, war auf der Suche nach einem neuen Muster. Die Eckdaten dieser Suche waren der zweite Golf-Krieg, 1991, und der Militärschlag gegen Jugoslawien, 1999.

Doch 2001 war diese Periode der Unsicherheit zu Ende: Die USA bestimmten das neue Paradigma. Der Angriff auf New York und Washington war der Anlass und die Begründung für das Festschreiben eines neuen Feindbildes: "The Axis of the Evil";

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