Kommentar

Historisches Museum: Modell Vaduz

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 37/02 vom 11.09.2002

Das Fürstentum Liechtenstein hat so viele Einwohner wie ein Stadtteil von Wien - und dennoch ein Parlament. Die 32.426 Liechtensteiner haben sich nicht nur mit Problemen wie Gumpendorf herumzuschlagen, sondern auch mit Fragen staatsmännischer Tragweite, - etwa jener, was für ein verfassungsrechtlicher Status dem Fürsten und Staatsoberhaupt Adam II. zusteht. Die Gespaltenheit zwischen realer Winzigkeit und herbeizustellender gesellschaftlicher Komplexität führt zu einer irrealen Situation. Wer ein Vaduzer Wirtshaus betritt, dem kann passieren, dass er dort mit dem Liechtensteiner Kulturleben an einem Tisch sitzt: dem Schriftsteller, dem Künstler und dem Schauspieler.

Von liechtensteinischer Zerrissenheit mag wohl das Gemüt des Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny gewesen sein, als er den Direktorenposten für das Historische Museum der Stadt Wien ausschrieb: Ganz auf international wurde in angesehenen Zeitungen inseriert, eine Personalberatungsfirma mit einer Auswahl der


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