DIE HOCHZEIT VON AUSCHWITZ: "Nur Bruchstücke seines Lebens"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 37/02 vom 11.09.2002

Zwölf Menschen, die ihm "ihre Erinnerungen anvertraut haben", nennt Erich Hackl im Abspann seines Romans. Vier von ihnen, so wird uns mitgeteilt, sind mittlerweile verstorben. Unter ihnen auch Hermann Langbein (1912-1995), Spanienkämpfer und Auschwitzüberlebender, der unter anderem mit seinem Buch "Menschen in Auschwitz" Wesentliches zum Wissen um das Todeslager beigetragen hat und Hackl die vorliegende Geschichte "aufgetragen" hat.

  Die Diktion ist kaum zufällig gewählt. Ein solcher Auftrag ist wohl immer auch eine Bürde, gilt es doch, der Biografie und den Erinnerungen der Befragten gerecht zu werden. Entsprechend skrupulös und mitunter etwas hölzern in seiner ostentativen Programmatik beginnt auch Hackls rekonstruierende Zusammenschau der "Begebenheit": "Ich warne dich: Da sind nur Bruchstücke seines Lebens, und in meinem Kopf ergeben sie kein klares Bild", wendet sich Marina Ferrer Rey an den Zuhörer, bevor sie von ihrem Schwager erzählt, dem 1907 geborenen Automechaniker,


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