NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 37/02 vom 11.09.2002

POP

Herbert Grönemeyer: Mensch

EMI

Klar ist "Mensch" auch manchmal kitschig, mitunter sogar bis zur streicherseligen Peinlichkeit ("Der Weg"). Auch die eine oder andere Betroffenheitsgeste darf wieder nicht fehlen. Und der schwere Einsatz druckvoller Gitarreros ("Neuland") war ebenfalls zu erwarten gewesen. Auch auf seinem neuen Album hat Herbert Grönemeyer weder sich selbst noch seine Musik neu erfunden. Und das ist auch gut so: Seine Stimme quetscht wie gehabt, seine Mambos ("Viertel Vor") sind immer noch großartig; daneben bleibt der erfolgreichste deutsche Popstar - völlig unbeeindruckt vom aktuellen Happy-Tralala - so ernsthaft, so selbstreflexiv (aber nicht unwitzig), so "deutsch" wie eh und je. Und wirkt darin mittlerweile vielleicht sogar noch glaubwürdiger. Ganz früher hat Grönemeyer nur Bochum und den Pott geduzt, dann den aufrechten Mahner der wiedervereinigten Nation gegeben; jetzt spricht er wieder das ganze Land an, wenn auch deutlich milder und ohne Bitterkeit: "Neuland"


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