Der ungeliebte Krieg

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

AUSLAND Neue Taktik, altes Ziel: Die USA wollen den Krieg gegen den Irak. Der Rest der Welt bleibt skeptisch. RAIMUND LÖW

Mit seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung hat George Bush in aller Form den Countdown zu einer Militäraktion gegen den Irak eingeleitet. Nicht mehr von einer im Alleingang durchgeführten Invasion zum Sturz Saddam Husseins ist jetzt die Rede, sondern von einem sorgfältig ausgeklügelten Stufenplan, in dessen Zentrum die ultimative Forderung des UNO-Sicherheitsrates nach Erfüllung aller früheren gegen Massenvernichtungsmittel gerichteten UNO-Resolutionen stehen soll. Das intendierte Ergebnis ist das gleiche, auch daraus hat der amerikanische Präsident kein Hehl gemacht.

  Die neue amerikanische Taktik zeigt Wirkung. Gaben sich die meisten europäischen Regierungen noch im Sommer kompromisslos ablehnend, greifen sie jetzt begierig das Feigenblatt einer Entscheidung des Sicherheitsrates auf, der doch nur sanktionieren soll, was die Regierung Bush längst beschlossen

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