Freudloses Ende

ROBERT MISIK | Vorwort | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

KOMMENTAR Der Abtritt der Wenderegierung lässt viele kalt. Dafür gibt es ein paar gute und einige schlechte Gründe. ROBERT MISIK

Mit wieviel Wendetamtam und Erweckungsrhetorik hatte das ÖVP-FPÖ-Regierungsexperiment vor zweieinhalb Jahren begonnen? Und mit wieviel Emotionen? Staatskrise, Europakrise, Hunderttausende auf den Straßen. Die Wende roch nach Zeitenwende.

  Welch ein Kontrast dazu das banale Ende: Erst die wochenlange Spätpubertantenkomödie der Mittdreißiger und Anfangvierziger in hohen Staatsämtern, die uns mit ihrer öffentlichen Loslösung von ihrem einstigen Idol unterhielten und uns später zunehmend den Nerv zogen. Dann das Chaos, in dem die Regierung Schüssel unterging. Nach diesen grotesken Schaukämpfen nach dem Muster brutaler Familienzwiste sind nicht nur die entschiedenen Gegner, sondern wohl auch die meisten der einstigen Fürsprecher dieser Regierungskoalition froh, dass es vorüber ist. Danke, Jörg! Und tschüss! formulieren die Witzigeren, die anderen

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