WÄHLEN MIT 16

"Die ganze Stadt ein Spielplatz"

Politik | EVA WEISSEnBERGER | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

Vera aus der letzten Reihe liest die Zeit. Neben dem intellektuellen Hamburger Wochenblatt gehört der Standard zu ihrer regelmäßigen Lektüre. Hin und wieder schmökert sie im Geo. Wenn Vera in Wien etwas zu reden hätte, würde der Gehweg am Donaukanal neu asphaltiert, "damit man dort besser rollerbladen kann". Es gäbe mehr Radwege, "weil die alten Frauen immer so keifen, wenn man am Gehsteig fährt". Die Grünphasen der Fußgängerampeln würden verlängert, die Rahlgasse im 6. Bezirk wäre längst eine Fußgängerzone, Wien hätte mehr Bäume und weniger Baustellen. Nazis hätten in dieser Stadt keine Chance.

  Vera ist zwölf. Bei der nächsten Wiener Landtagswahl werden sie und viele ihrer Klassenkameraden mitbestimmen dürfen, ob Bürgermeister Michael Häupl seine Absolute behält. Im Oktober wird die SPÖ gemeinsam mit den Grünen und gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ das Wahlalter in Wien auf 16 heruntersetzen. Kinder, die heute zwölfeinhalb sind, werden bei der nächsten


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