Der Menschenmesser

Politik | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

ASYL Noch immer werden Flüchtlinge vermessen. Statt Schamhaargutachten entscheiden nun die Falten im Gesicht, ob Jugendliche in Schubhaft landen. NINA HORACZEK

Fünf auf einen Schlag. So viele Altersfeststellungen hat der oberösterreichische Psychologe Rudolf Istock in ein achtzeiliges Gutachten verpackt. "Bei den Fremden ist davon auszugehen, dass sie aufgrund der Physiognomie nicht mehr minderjährig sind", urteilt der "Sachverständige für Altersfeststellung" in seinem Schreiben an die Bezirkshauptmannschaft Freistadt. Wie der Gutachter zu seinem Urteil gekommen ist, ist dem kurzen Text nicht zu entnehmen. "Anhand äußerer Erscheinungen wie der Struktur der Haut, des Augenausdrucks und der Falten im Gesicht kann man das als klinischer Psychologe schon feststellen", erklärt Istock auf Anfrage des Falters. Altersfeststellung sei zwar für Außenstehende eine kritische Sache, gibt der Gutachter freimütig zu, für ihn selbst aber kein Problem. "Schließlich habe ich 40 Jahre Berufserfahrung

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