FERNSEHEN

JULIA ORTNER | Medien | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

Wer "Sport am Sonntag" schaut, ist prinzipiell selbst schuld. Da muss man mit dem Schlimmsten rechnen, von chauvinistischen Trainern bis hin zu einfach gestrickten Schifahrern. Nur Hannes Kartnigs Live-Heulsusen-Auftritt war sogar hartgesottenen Sportfreunden zu viel. Da fängt dieser Ungustl und Sturm-Trainer doch glatt zum Flenen an, weil ihn alle so missverstehen, weil Ivica Osim die Schnauze voll hat von seinen Beleidigungen und geht, weil ihn keiner lieb hat und alle sagen, er, Kartnig, sei ein Rüpel. Und die Schuldigen hat Kartnig schon geortet: diese miesen Journalisten, die ihn fertig machen wollen. "Die haben einfach Hintergrundgespräche zitiert." Pech, Herr Kartnig, dann sollte man seine große Klappe eben nicht immer so groß aufreißen. Kartnigs Auftritt hat den sonst so spaßigen Moderator Reinhard Pariasek dermaßen verstört, dass der Sonnyboy zum Pädagogen mutierte. Nach einem kurzweiligen Beitrag über Haschisch im Sport sagte Pariasek: "Auch wenn Haschisch im Beitrag verharmlost wurde, Vorsicht an die jungen Zuschauer: Hasch ist noch immer die Einstandsdroge." Ob Einstand oder Einstieg - Hauptsache, die jungen Menschen werden im Sport so fachgerecht aufgeklärt.

JULIA ORTNER


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